Was ist eigentlich Aikidō?

Aus japanischen Kriegskünsten der Samurai hervorgegangen, steht Aikidō nicht nur für bestimmte Kampftechniken, sondern auch eine Philosophie.

 
Die einzelnen Silben stehen für:

Ai    Harmonie / verbinden

Ki    geistige und körperliche Kraft, Lebensenergie
   der Weg im philosophischen Sinne

Allerdings lässt sich das Wesen des Aikidō (der europäischen Tradition folgend) nicht intellektuell nachvollziehen und begreifen. Die Vielschichtigkeit und Tiefe dieser Lehre zu entdecken bedarf der Achtsamkeit und langjähriger Übung.

Aikidō - die japanische KampfKunst

Aikidō ist eine japanische KampfKunst, welche Anfang dieses Jahrhunderts von Meister Morihei Ueshiba entwickelt wurde.
Die Techniken des Aikidō sind stark vom Jujitsu sowie dem Schwertkampf der Samurai geprägt. Typisch sind die runden und spiralförmigen Techniken, mit denen die Angriffsenergie des Gegners neutralisiert wird.
 
Aikidō ist eine Praxis, zu sich selbst zu finden. Zunächst wird der Geist beruhigt. Ruhige Rituale verdrängen die Unruhe des Alltags. Dann wird der Geist leer gemacht. Die Aufmerksamkeit richtet sich so konzentriert auf das Ziel, dass kein Platz mehr ist für andere Gedanken. Aufwühlende Gefühle verschwinden, egal ob sie negativ sind oder positiv.

All dies wird erreicht, durch sich immer wiederholende Bewegungsabläufe. Kopf und Körper lernen, sich in einer großen Anstrengung tief zu entspannen. Die Fähigkeiten werden durch Wiederholung immer mehr verfeinert. Langsam aber sicher.  

  • Es ist eine langsame Selbsterziehung, die auf das gesamte Leben übergeht.
  • Deshalb ist Aikidō auch nicht beendet, wenn man die Matte verlässt.
  • Unbewusst verbessert der Übende sich selbst, wenn er seine Technik verbessert.

Die innere Ruhe, die Aufmerksamkeit und Konzentration gehen auf den Alltag über, auch bei großem Stress oder in einem Konflikt.

Das ganz große Ziel ist es, das wahre Ich hervortreten zu lassen. Der Geist hat sich ein Bild geschaffen, von der Welt, die ihn umgibt. Zu sich selbst kann er finden, wenn er aus dieser Welt heraus tritt.

Der Mensch erblickt sein Spiegelbild nicht im fließenden Gewässer.   jap. Sprichwort

 

Die Übungspraxis im Aikidō

Das Üben besteht in der ständigen Wiederholung der unterschiedlichsten Bewegungsabläufe.
Körperhaltung und Körperspannung sollen sich dabei ausgleichen. Zur Intensivierung werden alle Bewegungen langsam ausgeführt.
Das Ziel der Übung ist es zunächst, diese Bewegungsabläufe zu lernen, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Dann werden die Bewegungsabläufe immer mehr verfeinert.

 

Die Aikidō Verteidigung ist die Kreisbewegung.

Im Aikidō gibt es keine Angriffstechniken. Es gibt keine Wettkämpfe, in denen Sieger ermittelt werden könnten. Denn ein Angreifer soll nicht besiegt werden. Er soll davon überzeugt werden, mit seinen Angriffen aufzuhören, weil sie sinnlos sind.

Diese Einstellung verschafft einem Aikidōka einen friedlichen Geist, mit dem die meisten potentiellen Konflikte gar nicht mehr eskalieren.

Körper und Geist leben in einer spielerischen Leichtigkeit, die oft auch als bewegte Meditation bezeichnet wird.

Der Kraft eines Angriffs keine eigene Kraft entgegensetzen.   Das ist das Grundprinzip.

Das bedeutet konkret, dass Schläge nicht abgeblockt werden, sie werden umgeleitet. Dafür bewegen sich Mann oder Frau kreisförmig bzw. spiralförmig. Die Gewichtsklasse spielt keine Rolle.

In Kreisbewegungen und Spiralbewegungen entstehen Fliehkräfte und Anziehungskräfte. Immer um das Körperzentrum herum. Diese Kräfte können mit den Aikidō-Techniken gezielt genutzt werden.

Die geradlinige Angriffsenergie wird gestört und umgeleitet. Der Verteidiger nimmt die Angriffsenergie auf, verbindet sich mit ihr und macht daraus eine gemeinsame Bewegung. Entweder läuft der Angreifer dabei ins Leere oder es ergibt sich eine Gelegenheit für einen Wurf, einen Hebel oder eine Haltetechnik.

Es kommen keine Schläge oder Tritte vom Aikidōka, selbst dann nicht, wenn sich eine gute Gelegenheit dafür bietet.

Der Angreifer bekommt nur seine Angriffsenergie zurück. Er muss vom Aikidōka keine eigenen Angriffe befürchten. Er kann den Konflikt jederzeit beenden. Dafür braucht er einfach nur aufzuhören.

Ein großes Ziel ist es, den Angreifer aus dem Gleichgewicht zu bringen. In dieser Situation ist jeder Mensch hilflos, kann leicht und scheinbar lässig kontrolliert werden. Eine große Kraft ist dann nicht mehr erforderlich. Diese Situation wird in der Regel durch Nachgeben herbeigeführt.

Auch wenn diese KampfKunst auf passiver Selbstverteidigung beruht, bedeutet dies nicht, dass der Aikidōka ergeben auf den nächsten Angriff wartet. Er ergreift die Initiative.

Er verleitet den Gegner zu einer Aktion. Er offeriert ein lohnendes Ziel. Er stellt sich so hin, dass er eine Schwachstelle zeigt, scheinbar einen Angriffspunkt bietet.

Wenn der Angreifer dann zupackt oder zuschlägt, kommt der Angriff am gewünschten Ort und auch der Überraschungsmoment ist weg.

Gleichzeitig läßt das Anbieten einer Schwachstelle dem Gegenüber die Möglichkeit, keinen Angriff zu starten. Den Kampf einfach zu beenden. Dann wäre das Ziel erreicht.

In dieser Kampfkunst gibt es noch zwei berührungslose Kampftechniken, mit denen ein Gegner und sein Angriff gestört werden können. Das eine ist der (Schein)Schlag (Atemi) und das andere der Kampfschrei (Kiai). Beides sind Ablenkungsmanöver, mit denen das eigene Timing optimiert werden kann durch eine Verwirrung des Angreifers.

 

Schwert und Langstock: Waffen Techniken im Aikidō

Aikidō enthält neben waffenlosen Techniken (Body Art) auch viele Formen mit dem Langstock (Jo) und dem japanischen Schwert (Bokken). Auch werden Techniken für das entwaffnen eines Messerangriffes (Tanto dori) gelehrt. Eigentlich bilden alle drei Techniken zusammen erst die Kampfkunst Aikidō.

Das Waffentraining verbessert die waffenlosen Techniken weiter:

  • Die Haltung wird verbessert, besonders die Grundstellung (Hanmi).
  • Angriffsbewegungen werden schnell erkannt und es wird sofort, fast instinktiv darauf reagiert.
  • Es entsteht ein Gefühl für Rhythmus, Timing und Distanz.
  • Der Körper wird gekräftigt, besonders Schultern und Arme.
  • Alle Bewegungen werden besser miteinander koordiniert.
  • Die Hüfte wird gekräftigt und die schnelle Körperdrehung bei stabilem Gleichgewicht geschult.

 

Mit Aikidō den eigenen Körper kennenlernen

Wohl die meisten Menschen in einem Aikidō-Dojo wollen nicht unbedingt einen Kampfsport lernen. Sie wollen etwas für ihre Fitness tun, ihre Motorik verbessern, ihre physische wie psychische Balance wiederfinden.

Allein schon die Übungen aus der Fallschule sind gut gegen Stress und bauen Ängste ab. Das Fallen geht optimaler Weise in eine Rollbewegung über, in der das Gleichgewicht wieder gefunden wird. Es wird regelrecht von einer „Hohen Schule des Fallens“ (und wieder Aufstehens) gesprochen.

Die einzelnen Aikidō-Bewegungen sind überschaubar, doch in ihrem Zusammenspiel entstehen viele Varianten. Die Grundtechniken bestehen aus fünf Haltetechniken und acht Wurftechniken. Die miteinander kombiniert werden, je nachdem, wie ein Angriff erfolgt.

Getreu einem Spruch von Ueshiba Morihei:
„Wenn man sich bewegt, werden Techniken geboren.“

Diese KampfKunst ist ein Weg ohne Ende, auf dem die verschiedensten Körpererfahrungen gemacht werden können.

Zum Beginn des Weges sind die Bewegungen ungelenk, die doch beim Sensei (Lehrer) so leicht und natürlich aussehen. Mit der Zeit werden die Bewegungen elegant und spielerisch. Die Bewegungen sind nicht nur effektiv, sie lassen ganz neue Erfahrungen zu.

Im Training wird angestrebt, sich nicht auf einen schnellen Fortschritt zu fixieren. Das ist auch ein Grund dafür, dass es im Aikidō keine Wettkämpfe gibt. Durch die Betonung der Aggressionslosigkeit und den Verzicht auf Wettkämpfe und demzufolge auch auf „Gewinner“ oder „Verlierer“ wird eine entspannte Übungsatmosphäre geschaffen.

Ein ständiges Benchmarking (Vergleichen)Wettbewerbsanalyse) behindert nur das Üben und den Spaß dabei. Nicht ohne Grund gilt im Aikidō als schwierigster Gegner das eigene Selbst. Wer seinen eigenen Rhythmus nicht findet, der wird immer blockiert bleiben. Dann verspannt der Körper und verschließt sich so dem Aikidō.

Aikidō ist mit dem Kopf schwer zu erfassen und damit auch schlecht zu lernen, so wie wir es gewohnt sind. Es ist vielmehr eine Körpersprache, die nur durch Nachahmen erfühlt werden kann.

Darum nutzen auch viele Aikidō zur Selbstfindung und Bewusstseinserweiterung. Schließlich geht es darum, in Harmonie zu leben.

Dieser Kampfsport gilt auch ganz allgemein als ein Vorbild im Umgang mit Konflikten.

Für Schauspieler gibt es Aikidō als Körper- und Bewusstseinstraining. So kann mit dem Instrument des Schauspielers geprobt werden, dem Zusammenspiel von Körper und Seele, auch im gemeinsamen Spiel mit anderen.

 

Unser Dojo Leitspruch lautet
'Masakatsu agatsu'
was bedeutet
'Der wahre Sieg ist der Sieg über dich selbst'.

 
Randori - AiKiDō
Kampf Kunst - Schule
Persönlichkeits - Schule
Landsknechtsweg 11

36341 Lauterbach

 

AiKiDō Trainingszeiten:
Schüler von 9 - 14 Jahre
 
Senpai  Max
Dienstag    &   Donnerstag
von  17:10    –   18:10 Uhr

 

 

Ansprechpartner:
 
Henry  F.A.    Helbig
+49 178 777 5 888

aikido  @ mail . de

 

AiKiDō Trainingszeiten:
Schüler  ab  14 Jahre  
 
Sensei  Henry
Dienstag    &   Donnerstag
von  18:30    –   20:00 Uhr
Samstags 
von  11:00    –   12:30 Uhr
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